Polly. Die vergangenen, teilweise dramatischen Tage.

Viele von Euch haben ja mitbekommen, dass wir am Samstag schon wieder in die Tegeler Klinik mussten und nach erster Besserung wieder eine Verschlechterung eintrat. Hier die Aufklärung, was passiert war.


Vergangenen Montag sollte Pollys OP-Wunde kontrolliert werden - eine 5 minütige Sache. Unsere Hausärztin vergibt keine Termine. Man begibt sich ins Wartezimmer und wartet, bis eine Angestellte mit einem Zettel kommt und alle fragt, wer wann weshalb gekommen ist. Da Polly in Wartezimmern fast kollabiert, müssen wir immer draußen mit ihr warten. Meistens im Auto. Vor allem bei der Kälte. So auch an diesem Montag.

Anja blieb mit Polly also im Wagen, während ich im Wartezimmer hockte. Als die Sprechstundenhilfe raus kam, wedelten sofort alle mit irgendwelchen Impfpässen oder sonstigem, viele drängelten sich einfach vor. Als das Spiel 1,5 Stunden dauerte, haben wir einfach einen anderen Arzt gegoogelt und sind hin gefahren. Das war der erste TA-Wechsel.


Polly machte in der letzten Woche sehr sehr große Fortschritte. Eines jedoch wurde schlechter: Sie fraß kaum und nur mit erheblichem Aufwand unsererseits. Und von Tag zu Tag wurde es schlechter. Samstag dann wollte sie nichts mehr, weder essen noch trinken. Also haben wir sie eingepackt und zur neuen Ärztin gefahren. Die machte ein Blutbild, das dritte in zwei Wochen, nach der ersten Ärztin und der Klinik. Wir sollten zwanzig Minuten auf die Ergebnisse warten.

Als wir zurück kamen, saß die Ärztin mit einem sehr betroffenen Gesicht am Schreibtisch über den Werten: "Sie müssen sofort mit Polly nach Tegel in die Klinik. Ihrer Nierenwerte sind so schlecht, dass sie eine 4-tägige Infusion mit Antibiose benötigt. Es könnte auch Leptospirose sein."

Geschockt, verängstigt und verwundert stiegen wir ins Auto. Gerade erst war Polly nach der Bandscheiben-OP auf einem wundervollen Weg der Besserung - nun das? Also fuhren wir zum Notdienst in die Tegeler Tierklinik. Auf dem Weg bekamen Anja und ich gleich mehrfach Panik: Leptospirose wäre für fatal - denn das ist für Schwangere sehr gefährlich, weil sich der Erreger allein durch Lecken an der Hand übertragen kann. Und das macht Polly häufig.





Die Fahrt nach Tegel dauerte rund 90 Minuten. Es zog sich endlos hin. Anja saß mit Polly hinten, ich fuhr. Wir heulten, hatten große Angst, auch um das Baby, sprachen uns Mut zu, schwiegen. Solche Sachen halt. 90 Minuten.


In Tegel kamen wir recht schnell dran. Zunächst kam eine Mitarbeiterin zur Vorbesprechung/-untersuchung. Sie ging mit den Blutwerten zur Ärztin und kam dann zurück: "Also, die Ärztin meint, die Werte sind überhaupt nicht dramatisch. Alles gut. Es liegt am Metacam (das Schmerzmittel, welches Polly seit der OP bekam). Wir setzen das ab und Polly bekommt Magentabletten und eine Spritze." Kurz später kam die Ärztin dann auch und beruhigte uns sehr. Bei Leptospirose wären die Werte so dermaßen nach oben geschossen, das hätte man gesehen. Metacam schlägt häufiger mal auf den Magen.


Also sind wir - recht froh, Polly nicht da lassen zu müssenn - wieder nach Hause. Was für eine Scheiß-Achterbahnfahrt. Es sollte jedoch weiter gehen...


Bis Sonntag Abend gaben wir ihr ein Aufpäppelzeug mittels einer Spritze in den Mund. Dann hatte Sie auch wieder Appetit und aß etwas Grießbrei. Am Montag wurde alles wieder normal. Den gekochten Milchreis mit Hühnchenbrustfilet aß Polly sehr gerne. Auch trank sie wieder. Alles war gut.


Am Montag sollte auch der Knoten der OP-Naht abgetrennt werden. nach dem Erlebnis vom Samstag suchten wir dann den dritten Arzt hier in der Stadt auf. Und mit der Ärztin haben wir offensichtlich Glück gehabt. Sie hat eine sehr moderne und top ausgestattete Praxis, sogar ein Unterwasserlaufband (für die Physio) und ist Ernährungsberaterin. Die Praxis hat einen Empfang und vergibt auch Termine. Sie entfernte den Knoten, wir übergaben ihr alle Werte und Befunde der letzten Wochen und sie wollte sich das in Ruhe ansehen und dann einen Plan entwerfen. Gut so.

Polly indes ging weiter bergauf. Abends räkelte sie sich im Körbchen und fühlte sich sichtlich wohl. Plötzlich jedoch - völlig ohne Vorzeichen, stand sie auf, ging ein paar Meter und kotzte auf den Teppich. Da denkt man noch - okay, der Magen ist noch etwas unrund, das ist vielleicht normal. Jedoch ging das dann die ganze Nacht weiter. Und Dienstag morgen war sie sehr schlapp. Also wieder zur Ärztin.

Sie stellte einen überhöhten Harnstoff-Wert fest und in Verbindung mit den anderen Werten diagnostizierte sie eine Infektion um Magen. Da Polly bereits ziemlich deyhdriert war und wegen der Harnstoff-Werte bekam sie eine Infusion und eine Antibiotika-Spritze. Danach fuhren wir nach Hause und sollten abwarten. Abends, so die Ärztin, sollte Polly Appetit bekommen und Fressen.

Sie schlief den ganzen Tag, stand Abends plötzlich auf, als ich in der Küche kochte und machte etwas, was sie schon seit Monaten nicht mehr machte: betteln!



Sie frisst! Endlich!


Danach fraß sie den Abend über mehrere kleine Portionen Reis mit Huhn, schlief in der Nacht gut und hat auch heute bereits zwei mal gefressen. Es sieht also - bei aller Vorsicht nach den letzten Wochen - derzeit sehr gut aus. >Das wird auch mal Zeit denn usnere Kräfte sinmd ziemlich knapp geworden.


Die Bandscheiben-Nummer hat man in dem ganzen Gefühlsgewusel fast vergessen. Übrigens auch, weil Polly wie eine Eins geht. Sie dehnt sich sogar schon wieder, auch die Hinterläufe und gestern Abend kratzte sie sich mit dem linken, vor zwei Wochen gelähmten Hinterlauf am Ohr.


Ich hoffe also, in den nächsten Wochen mal wieder was über das Refit unseres Jollenkreuzers zu schreiben statt über Polly. Denn das wäre das beste Zeichen.


Übrigens: Seit gestern ist mein Leder-Portemonnaie kaputt. Passender hätte das nicht sein können: Wo ich das im Moment so oft brauche um all die Ärzte zu bezahlen, ist das offenbar Abnutzung ;)


Und hier noch ein Video, wie gut Frollein schon gehen kann. Für die Leser von "Schöner-Wohnen": der wundervolle, stylishe Rasenteppich wurde auf Anraten der Physiotherapeutin verlegt....






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