Blautöne

Die farbigen Flächen, die die Gestaltung des Turmtunnel prägen, haben natürlich einen tieferen Sinn. Jede Farbe steht für etwas, was in dieser Stadt wichtig war, ist und sein wird.  Fangen wir mal mit dem Naheliegendsten an: Blau. Wasser wird im Allgemeinen durch blaue Farbtöne dargestellt (auch wenn es meistens nie blau ist, außer draußen auf den Ozeanen). Und wenn Brandenburg an der Havel irgend etwas im Überfluss besitzt, dann ist es Wasser. Die Stadt gehört zu den wasserreichsten Städten im ganzen Land. 41,1 km² oder etwa 18% der Stadtfläche bestehen aus Wasser. Wasser beeinflusst die Stadt schon immer. Waren es früher die Fische als Nahrungsgrundlage, das Wasser für erfolgreichen Ackerbau und die Havel als wichtiger Handelsweg, zieht das Wasser heute vor allem Touristen an. Sie kommen mit Booten von überall her, verbringen am Wasser ihren Urlaub, gehen schwimmen oder machen eine Fahrt auf den Ausflugsdampfern. Radfahrer und Wanderer nutzen die zahlreichen schönen Wege rund um Havel und ihre Seen und die Einwohner können sich ein Leben ohne schöne Plätze am Wasser überhaupt nicht vorstellen. Fährt man durch die Stadt, passiert man ständig Brücken oder fährt über Dämme. Frag mal einen Einheimischen nach schönen Badestellen oder Plätzen zum chillen am Wasser. Mach das aber nur, wenn Du viel Zeit hast, denn die Antwort kann echt ‘ne Weile dauern.

Die Nähe zur Havel und zu den ganzen Seen drumherum verändern diese Stadt immer wieder aufs Neue. Bestes Beispiel: Gerade entsteht hier ein sogenanntes “Floating Office” - also ein mietbares Büro, das auf einem alten Hausboot beheimatet ist. Und das nur einen Steinwurf von diesem mittelalterlichen Turm entfernt, zu dessen Zeiten man an mietbare Büros gar nicht dachte.  Geschäftsgespräche finden hier sowieso öfter mal am Havelufer statt, so wie früher sicher auch. Man trifft sich eben immer am Wasser, egal ob zur Inspiration, zur Erholung, zum Businessmeeting oder einfach nur so. 

Das Wasser ist also der Grund dafür, dass es diese Stadt hier überhaupt gibt. Und das Wasser wird auch in der weiteren Entwicklung stets eine tragende Rolle spielen. Denn auch wegen der vielen Seen und Flussläufe in der Umgebung ziehen viele Leute hierher. Mit dem Zuzug neuer Menschen entstehen neue Wohnungen, Häuser, Geschäfte, Büros, neue Jobs und ganz neue Geschäftsbereiche. 

Wasser ist die Lebensader der Stadt. Das war immer so, das wird auch so bleiben. Und weil die Havel so wichtig ist, heißt die Stadt nicht “Brandenburg”, sondern “Brandenburg an der Havel”. Solch ein Stadtname ist nahezu einzigartig.

Blau ist allerdings nicht nur das Wasser - blau ist auch der Himmel. Und wenn Du hier durch die Stadt gehst, wirst Du bemerken, dass man immer sehr viel Himmel sehen kann. Im besten Falle ist er eben nun mal blau. 

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Grüntöne

Weshalb hier so viele grüne Flächen sind, kann man leicht erraten. Du musst nur mal ein kurz die Stadt verlassen und schon stehst Du mitten in der wundervollen und einzigartigen Natur Brandenburgs. Und Natur ist meistens grün. (Okay, hier auch sehr oft blau, aber das Thema hatten wir ja schon.)

Brandenburger sind sehr naturverbunden. Und all seine Besucher kommen auch wegen der Natur zu uns und machen hier Urlaub oder einen Tagesausflug. Auch in der Stadt bekommt man - neben dem Wasser - viel von der Natur mit. Manchmal fliegt hier sogar ein Adler über das Zentrum, der gerade auf dem Weg zu seinem Horst ist oder Futter sucht. Die Bewohner der Stadt lieben ihre Natur. Wenn sie in ihrer Freizeit nicht gerade an oder auf der Havel sind oder im Wald, sind sie in ihrem “Jarten”. 

Zu Fuß, mit dem Rad, dem Auto oder natürlich dem Boot erreicht man hier sehr schnell einsame, idyllische und unberührte Flecken. Wegen dem vielen Wasser um uns herum kommt bei manchen Besuchern die “restliche” Natur manchmal vielleicht zu kurz. Brandenburg an der Havel liegt mitten im Grünen und es gibt viele unberührte und wundervolle Flecken Erde. 

Die Natur und ihr Schutz spielt in Brandenburg an der Havel eine sehr wichtige und entscheidende Rolle. Und das auch, wenn man in die Zukunft blickt. Denn alles, was hier in künftig passieren wird, hat auch mit Naturschutz und Nachhaltigkeit zu tun. Wir lieben unsere Tierwelt hier, wie Störche, Adler, Eisvögel und Biber, wie Wiesen und Wälder. Danach wird sich in Zukunft die Entwicklung der Stadt sicherlich immer sehr stark orientieren.

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Rottöne

Die Rottöne stehen für den alten Baubestand. Wenn man sich die Stadt ansieht, wird man zwar viele Farbtöne entdecken, aber die ältesten Gebäude sind an den roten Backsteinen zu erkennen. So wie der Dom, das altstädtische Rathaus oder der Steintorturm. Dieser historische Baubestand prägt die Stadt und das wird auch in Zukunft so sein. Vieles, was hier in 10, 50 oder gar 100 Jahren passieren wird, wird mit Hilfe des Denkmalschutzes vorsichtig  entwickelt. Denkmalschutz ist in dieser Stadt ein wichtiger Punkt, denn Brandenburg an der Havel ist inzwischen stolz auf seinen historischen, gepflegten Charakter. Und das ist auch gut so, denn viele Menschen in der Stadt Brandenburg an der Havel haben sich seit Jahrzehnten für ihre alte Stadt stark gemacht.

Hast Du zum Beispiel schon unser Rathaus in der Altstadt gesehen? Daran erkennt man sehr gut das Zusammenspiel von Neu und Alt. Das historische Gebäude wurde 1912 umgebaut und dann erst 2006 bis 2007 umfangreich saniert und modernisiert. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen und zeigt, wie gut ein Verschmelzen von damals und heute funktionieren kann.

Das wohl beste Beispiel aber, wie sich eine Stadt mit mittelalterlichen Gebäuden in die Neuzeit bewegen kann, zeigt die St. Jakobs-Kapelle, die Du genau 425 Meter westlich von hier findest. Du musst einfach die Straße weiter aus der Stadt runter gehen, dann siehst Du sie am Jakobsgraben. Diese Kapelle wurde bereits Mitte des 14. Jahrhunderts fertig gestellt. Irgendwann aber war sie im Weg, weil die Straße und die Brücke neben ihr verbreitert werden mussten. Statt sie aber abzureißen wurde sie mit einer ingenieurtechnischen Meisterleistung elf Meter weit zur Seite versetzt. Deshalb nennt man sie heute im Volksmund “Verrückte Kapelle”. Nun wirst Du sicherlich denken, dass bei den Arbeiten modernste Computer- und Hydrauliktechnik zum Einsatz kam, oder? Nein - denn das geschah bereits im Jahr 1892. Die ganze Kapelle wurde einfach auf einer Art Schlitten aus Holz mit viel Muskelkraft verschoben. 

Daran sieht man, wie wichtig den Brandenburgern ihre historischen Gebäude sind und schon immer waren. 

Und letztlich stehst Du ja selbst in einem wundervollen Beispiel dafür, wie wunderbar Alt und Neu zusammen funktionieren können.

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Die Jakobskapelle wird verrückt.  Bildquelle: ©stadt-brandenburg.de / Stadmuseum Brandenburg an der Havel