Was Corona für uns Segler bedeuten wird.

Die ganze Welt steckt in der Corona-Krise. Schulen schließen, Fußballspiele werden abgesagt, Klopapier wird gebunkert. Auf den ersten Blick sind Segler von den Auswirkungen nicht betroffen. Ein zweiter Blick allerdings sieht das anders.


Ich habe mir heute morgen mal die Mühe gemacht und bei einigen Leitmedien die Zahl der Artikel zum Coronavirus überschlagen. Diese Zahlen habe ich in einer Tabelle eingetragen und darunter meine Buchverkäufe auf Amazon sowie an den Handel aufgelistet. Man kann klar ablesen, wie mit der explodierenden Berichterstattung die Verkäufe nach unten gehen. Wenn ich mit anderen Self-Publishern rede, geht denen das genau so. Ich werde es überleben, aber es zeigt, was diese ganze Sache mit uns macht.




Man mag ja meinen, dass die Leute zu Hause bleiben und dort unter anderem Bücher oder eBooks lesen werden. Daher sollte man auch meinen, dass Buchverkäufe wie Taschenbücher über den Onlinehandel oder eBooks eigentlich gut, zumindest normal laufen sollten. Ist aber nicht so. Stattdessen verkaufen sich derzeit offenbar mehr Bücher im Buchhandel, jedenfalls ist das bei mir so. Meine Kurven sind sicher keine empirische Studie, sie zeigt aber, dass dieser Virus in Bereiche vordringt, von denen man das nicht denkt.


Die ersten Messen wurden abgesagt - eigentlich hätte ich gerade auf der Magdeboot Vorträge halten sollen. Reisebüros klagen über einen heftigen Rückgang. Das wird bei Vercharterern sicher nicht anders sein. Zumal manche Fluggesellschaften Flüge in bestimmte Regionen komplett gestrichen haben. Niemand weiß, was alles noch kommt und genau da trifft uns das Problem. Unsicherheit und teilweise auch Panik führt dazu, dass die Leute andere Dinge im Kopf haben als lesen, Zubehör für die eigene Yacht zu besorgen, einen Segelurlaub zu buchen oder gar ein Boot zu kaufen. Die Branche wird das merken: sowohl der Betreiber des Hafenkiosks wie die Luxusyacht-Werft. Nachdem viele Unternehmen sich in den letzten Jahren von der Wirtschaftskrise erholt hatten, trifft jetzt die nächste Schwerwetterfront mit voller Wucht auf Werften, Zulieferer und den ganzen Dunstkreis. Das wird sich bis zu Hafenfesten hinziehen, was aber auch egal ist.


Was heißt das dann für den normalen Segler, der irgendwo sein Boot liegen hat? Nun, vieles. Wenn es dumm kommt, schließen die weitere europäische Länder ihre Grenzen, auch Holland und Dänemark. Dänemark prüft gerade den "Lockdown". Kroatien hat gestern die ersten Segler abgewiesen. Zumindest sollte man damit rechnen, dass es Einreisebeschränkungen geben wird und diese auch eine ganze Weile bestehen bleiben.

Nachtrag: Dänemark ist nun dicht, Holland zieht wohl nach.


Aber nicht nur das: viele Materialien werden knapp, weil sie aus China kommen. Es kann also durchaus sein, dass dem Segelmacher demnächst, bevor er das Groß fertig hat, die Folien oder gar Tücher ausgehen. Wenn die Schulen schließen, haben viele Arbeitnehmer ein echtes Problem. Und somit auch die Arbeitgeber, sprich Werften, Servicebetriebe, Hafenbetreiber etc. Wer jetzt gerade sein altes Gebrauchtboot verkaufen will, wird es auch merken, denn die Konsumkurve geht generell runter, wenn Menschen verunsichert sind. Ein guter Freund versucht gerade, ein wichtiges Ersatzteil für sein Getriebe aus den USA zu bekommen - keine Chance. Und selbst wenn er es bekäme: sein Boot liegt in Dänemark. "Meine Saison ist gelaufen", sagte er mir gestern. Man kann auch sicher sein, dass es einige Unternehmen hart treffen wird. Dieses Mal ist es halt eine Ausnahmesituation, weil diese Verunsicherung nicht lokal oder regional ist, sondern global.


Und so zieht sich die ganzen Geschichte durch die gesamte Wirtschaft, von der Special-Interest-Bereiche auch betroffen sein werden. Bis hin zu einem popeligen Buchautor wie mich.


In meiner Wahrnehmung spielt vor allem die Presse eine größere Rolle. Ich habe heute morgen einen Artikel gelesen, wo sich jemand die Mühe gemacht hat, Headlines zu analysieren. Beispiel: Bei einer PK der WHO (Weltgesundheitsorganisation) wurde gesagt, dass, wenn keine Maßnahmen unternommen werden, "bis zu 40-70% der Bevölkerung infiziert werden könne. Die meisten werden davon aber nicht einmal etwas merken, manche denken, sie sind erkältet. Nur wenige erkranken überhaupt schwer." (Sinngemäße Widergabe)

Was machte nun die Presse mehrheitlich aus diesen Infos? Die häufigste Headline war diese:


WHO: 70% werden infiziert!


Ich will das Problem damit nicht runterspielen, denn es ist da. Zweifelsohne. Aber was soll das? Auch deshalb kommt es zu Hamsterkäufen. Auch deshalb stehlen Menschen in Kliniken Desinfektionsmittel. Und auch deshalb werden wir alle zu spüren bekommen, was diese Krise eigentlich bedeutet.


Was also tun? Wer weiß das schon. Ich weiß aber was zur Abhilfe: Kauft Bücher bei mir! Denn wenn ich Bücher verschicken muss, habe ich keine Zeit, solche schwarzmalerischen Artikel zu schreiben.


Bleibt alle bitte gesund! Zur Not geht alle auf Eure Boote und bleibt einfach irgendwo vor Anker, bis die Sache wieder vorbei ist.








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Stephan Boden

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