Vorträge umsonst. Warum?

Letzte Woche war ich bei einem sehr lustigen und netten Segler-Treff in Köln als Vortragender eingeladen. Hier mal ein paar Worte zu Vorträgen. Weil ich immer wieder dazu gefragt werde.

Irgendwann vor einigen Jahren saß ich morgens am Frühstückskaffeetisch und dachte über Vortragsreihen nach. Nach kurzer Zeit des Nachdenkens stand meine Entscheidung fest: Es gibt keine.

Ich bin gern auf Vorträgen. Mir macht das großen Spaß, auch weil ich keine trockenen Lehrveranstaltungen mache oder zeigen will, wie toll und wo ich überall schon gesegelt bin. Ich betrachte das eher als Veranstaltung, auf der viel gelacht werden soll und ich Menschen vom Segeln begeistern kann. Wenn ich alle Messen mitzähle, habe ich sicherlich 200-300 Vorträge gehalten. Ab und zu bei Vereinen in netter Runde. Es wäre sicherlich ein Leichtes, ein paar Locations zu organisieren und durchs Land zu tingeln. Die Räume bekomme ich auch immer voll. Und wenn man da die Honorare zusammen rechnet, ist das auch sogar etwas lukrativ.

Die häufigste Frage, die ich in dieser Hinsicht bekomme ist: Wieviel nimmst Du für einen Abend? Meine Antwort lautet dann immer: Nichts. Jedenfalls nicht, wenn es bei Vereinen und privaten Veranstaltungen stattfinden soll.

Ich kann das erklären: An diesem Morgen beim Kaffee stand ich vor der Entscheidung, eine ganze Reihe durchzuführen. Ich kenne das aber von den 9-Tages-Messen. Bei drei Vorträgen am Tag hat man zum Ende der Messe ehrlich gesagt keine Lust mehr. Vor allem an Tagen, wo die Besucherränge nur sehr spärlich bestückt sind, vergeht die Lust. Negativrekord war auf einer ehemaligen 9-Tages-Messe, wo am Donnerstag genau 1 Zuschauer da war. Und dessen Augen fielen bereits zu, bevor ich da war. Ich habe den dann mitgenommen und beim Bier was erzählt. Den Vortrag habe ich nicht gehalten. Ich mache daher nur noch auf Kurzmessen Vorträge. Wie in diesem Jahr auf der Boot und Fun in Berlin. 3 Tage machen mir großen Spaß.

Meine Vorstellung beim Frühstückskaffe war also folgende: Montags Schweinfurt, Mittwochs Stuttgart, Donnerstag Baden-baden und Freitag in Bad Wasweißichwo. Mir war klar, dass mir dann ganz schnell die Lust daran vergeht. Und um mich selbst nicht in Versuchung zu führen, damit Geld zu verdienen und damit die fehlende Lust zu kompensieren, habe ich mir gesagt, dass ich das nur für umme mache. Und es daher gar nicht erst zu solchen Touren durchs Land kommt. Ich möchte niemals morgens aufstehen und sagen: "Oh Mann, ich habe heute echt keinen Bock darauf."

Advent 2018: Bei AW Niemeyer

Es gibt aber noch einen zweiten Grund, den ich genauso wichtig halte: Nachwuchs. Wenn ich von den Vereinen Geld nehme, dann müssen die Eintritt nehmen. Das führt dazu, dass solch ein Abend für eine vierköpfige Familie eine teure Nummer werden würde. Ich habe es aber in der Vergangenheit gern gehabt, wenn auch Jugendliche oder Kinder dabei waren. Die haben meist auch ihren Spaß. Das hatte ich schon oft und das ist echt für einen Vortragenden toll, hinterher von 15-jährigen gesagt zu bekommen, dass der Vortrag "cool" war.

Fazit: Mein Plan ist aufgegangen. Ich habe weiterhin Spaß dabei und auch auf jeden einzelnen Abend richtig Lust. Weil es nicht so viele sind. Meine Kohle muss ich halt anders verdienen. Geht auch. Natürlich verkaufe ich auf den Abenden auch ein paar Bücher. Aber deshalb mache ich das nicht (abgesehen davon, dass sich das nie rechnen würde. Ich finde es wichtiger, nette Menschen zu treffen und kennen zu lernen. Auch die vielen Menschen, von denen man sonst nur Profilbilder kennt.

Dennoch: Keine Scheu, mich zu fragen. Wenn es passt, komme ich gern. Übernachtung und Anreise - mehr muss nicht gezahlt werden. Einfach eine Mail an mail@bodensbuecher.com schicken.

Hinterher noch schnacken

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Stephan Boden

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